"Tanz der Vampire" - Kritik
Das Musical "Tanz der Vampire" verfügt, in erster Linie, über sensationelle
Tänzer, gute Musik und eine langatmige Handlung. Der erste Teil des Stückes spielt ausschließlich in oder vor Chagals Gasthaus, während der zweite Akt nur von Krolocks
Vampirschloss bestritten wird, wodurch sich die Kulisse kaum ändert und somit keinerlei Abwechslung bietet. "Tanz der Vampire" soll eine Parodie auf das Vampirgenre sein,
doch leider lässt sich nicht so ganz feststellen wo sich die Ironie, die zweifelsohne vorhanden sein muss, versteckt hält.
Werner Bauer animiert das Publikum, durch
seine Darstellung des Professors, zwar durchaus zum lachen, wird aber durch seine überdrehte und alberne Art zunehmend anstrengend.
Max Niemeyer nimmt man den ängstlichen
und etwas naiven Alfred eher ab als der Erstbesetzung Fredrik Wickerts der weder durch seine schauspielerischen noch gesanglichen Fähigkeiten überzeugen kann.

Ein echter Lichtblick, in diesem "Musical der Unzulänglichkeiten", ist die Figur des Graf von Krolock. Thomas Borchert legt die Rolle, anders als seine Vorgänger, mit sehr viel Witz und Ironie an, statt den Grafen als ewiges Opfer darzustellen. In dieser Interpretation jammert Krolock nicht drei Stunden lang wie schlecht die Welt zu ihm ist, sondern zwingt die Zuschauer, ihn, trotz seiner Arroganz, zu bewundern. Erstmals sieht man nicht nur den blutrünstigen Vampir, sondern vielmehr den Grafen in Krolock, der mit Eleganz, Intelligenz und Witz zeigt wie überlegen er dem Professor zu jedem Zeitpunkt ist.
Thomas Borchert hat mit seiner grandiosen Stimme, großer Schauspielkunst und viel Selbstironie einen Krolock geschaffen der nicht permanent mit hängenden Capezipfeln über die Bühne schlurft und somit ein ständiges Bild des Mitleids darstellt. Sein Krolock macht sich einen Spaß daraus die Dinge selbst in die Hand zu nehmen und degradiert Professor Abronsius, Alfred und Sarah zu Marionetten deren Fäden er nach belieben ziehen kann.Leider geistert Graf von Krolock mehr hinter als auf der Bühne herum, wodurch er dem Publikum viel zu selten die Gelegenheit bietet sich an seiner Ironie und Eleganz zu erfreuen. Dennoch ist er es, der den Zuschauer mit "Tanz der Vampire" ein wenig versöhnt und einem "über dunkle Stunden", von denen es in diesem Musical eine ganze Menge gibt, hinweg hilft.